u. a. an Oberkreisdirektor a. D. Raimund Pingel
Kreis Borken (pd). Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat elf Bürgerinnen und Bürger im Präsidentenschlösschen der Bezirksregierung Düsseldorf mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Die Ministerpräsidentin übergab diese besondere Auszeichnung u. a. im Beisein von Borkens Landrat Dr. Kai Zwicker und würdigte den Einsatz und die Leistungen jedes einzelnen Ordensträgers. „Für mich gehört es zu den wichtigsten und schönsten Aufgaben, nordrhein-westfälische Bürgerinnen und Bürger für ihr großartiges Engagement auszuzeichnen. Denn von diesem Engagement lebt unser Land in einem Maße, das kaum überschätzt werden kann“, so Hannelore Kraft. Diese Frauen und Männer, die sich auf ganz unterschiedliche Weise und in allen Teilen unseres Landes engagieren, sorgen dafür, dass unsere Gesellschaft funktioniere und unser Land lebens- und liebenswert bleibe.
Die Ministerpräsidentin hob die Bedeutung des Verdienstordens des Landes hervor, der 1986 aus Anlass des 40. Geburtstages des Landes Nordrhein-Westfalen gestiftet worden ist. Er wird an Bürgerinnen und Bürger aus allen Gruppen der Bevölkerung verliehen, in Anerkennung ihrer außerordentlichen Verdienste für die Allgemeinheit. Die Zahl der Landesorden ist auf 2500 begrenzt. In den 27 Jahren seines Bestehens sind bisher nur knapp 1500 Frauen und Männer ausgezeichnet worden. Dies mache, so Hannelore Kraft, deutlich, dass der Landesverdienstorden eine „wirkliche Rarität“ sei. Im Rahmen der Feierstunde betonte die Ministerpräsidentin: „Es sind ganz besondere Menschen, die wir hier auszeichnen. Menschen, die Vorbilder sind, weil sie sich für andere einsetzen, weil sie anderen helfen. Sie alle stehen für Werte. Werte, die nicht ‚von Oben‘ verordnet werden können, Werte die vorgelebt werden müssen. Werte wie Menschenwürde, Gerechtigkeit, Solidarität, Toleranz und Zivilcourage.“ Die Ministerpräsidentin verlieh die Orden an:
Brigitte Albrecht, Kaarst, Fred Balsam, Köln, Staatsministerin a.D. Ilse Brusis, Dortmund, Hiltrud Buddemeier-Ennenbach, Herne, Manfred Degen, Marl, Petra Anna Homberg, Menden, Prof. Dr. Karl Krahn, Bielefeld, Henning Walter Krautmacher, Pulheim, Kenan Küçük, Lünen, Oberkreisdirektor a.D. Raimund Pingel, Borken, Coşkun Taş, Köln Die Laudatio zu Raimund Pingel im Wortlaut: Oberkreisdirektor a.D. Raimund Pingel aus Borken „Westfälische Identität schärfen – Eigeninitiative stärken.“ Das ist nicht nur das Motto des eingetragenen Vereins „Westfalen-Initiative“, sondern auch ein roter Faden, der sich durch Raimund Pingels Leben zieht. Der ehemalige Oberkreisdirektor des Kreises Borken hat weit über Westfalen hinaus Akzente gesetzt:
Als geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Vereins „Westfalen-Initiative“, der sich zum Ziel gesetzt hat, bürgerschaftliches Engagement in Westfalen zu fördern, hat Raimund Pingel in den letzten Jahren zahlreiche Diskussionsveranstaltungen organisiert und durchgeführt. Neben vielen anderen Projekten ist besonders das Engagement des Vereins bei der Umsetzung der Verwaltungsstrukturreform hervorzuheben. Viele Vorschläge, die die „Westfalen-Initiative“ zur Entbürokratisierung in die Wege geleitet hat, konnten erfolgreich umgesetzt werden.
Darüber hinaus engagiert sich Raimund Pingel seit rund 40 Jahren im Vorstand für den Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes in Borken. Dort hat er maßgeblich dazu beitragen, dass sich der Kreisverband Borken zu einem der größten im Landesverband Nordrhein-Westfalen entwickeln konnte.
Besonders hervorzuheben ist das Engagement von Raimund Pingel für sozial Schwache und Menschen mit Behinderung. Nur durch seinen unermüdlichen Einsatz ist es gelungen, einen kostenlosen Fahrdienst für Menschen mit einer Behinderung zu organisieren, eine Autismus-Ambulanz einzurichten, den Bau eines Behindertenzentrums voranzutreiben und mehrere Aussiedler-Unterkünfte aufzubauen.
Raimund Pingel initiierte auch den Aufbau des DRK-Jugendhofes. Mehr als 300 Mitarbeiter bieten jährlich etwa 1.300 arbeitslosen Jugendlichen, Langzeitarbeitslosen und Menschen mit einer Behinderung bessere berufliche Perspektiven.
Die Liste der von Raimund Pingel angestoßenen Projekte ist damit aber bei weitem noch nicht vollständig. Auch im kulturellen Bereich hat Raimund Pingel immer über seine westfälischen Grenzen geschaut und sich vor allem in der „Bundesgemeinschaft für deutsch-niederländische Kulturarbeit“ und in der „Arbeitsgemeinschaft Achterhoek-Westmünsterland“ für die Pflege der kulturellen Beziehung zwischen Deutschland und den Niederlanden eingesetzt. Sein Name ist mit der erfolgreichen Entwicklung der „Gesellschaft der Freunde und Förderer der Landesmusikakademie NRW“ in Heek genauso verbunden wie mit dem „Trägerverein Tiergarten Schloss Raesfeld“, der sich für den Erhalt des Schlosswaldes und seiner Nutzung als Erholungsgebiet einsetzt. Seine Mitgliedschaft im Verwaltungsrat des Westfälischen Heimatbundes nutzt Raimund Pingel zu einer engen Zusammenarbeit zwischen der Westfalen Initiative e.V. und dem Westfälischen Heimatbund.
Lieber Raimund Pingel, ich finde es wirklich beeindruckend, welche Fülle von Aufgaben und Aktivitäten Sie „stemmen“. Heute gebühren Ihnen für Ihr vielfältiges Engagement der Dank, die Anerkennung und der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
Landrat Dr. Kai Zwicker gratulierte Oberkreisdirektor a. D. Raimund Pingel im Namen des Kreises Borken zu dieser hohen Auszeichnung und sprach ihm gleichzeitig für seinen uneigennützigen Einsatz Dank und Anerkennung aus. Zudem brachte er die Hoffnung zum Ausdruck, dass Raimund Pingel dem Westmünsterland auch künftig mit seiner großen Schaffenskraft und Sachkunde sowie seinem vorbildlichen Engagement zur Seite stehen werde.



























