Ich muss gestehen, dass im elektronischen Zeitalter so manche Krux versteckt ist. Das fängt mit einer Eieruhr an, die heute nicht mehr gedreht wird und der feine Sand fließen kann, sondern heute gibt es für alles einen Schalter und muss vor Gebrauch meistens noch auf Zeit, Datum und Rentenversicherungsnummer programmiert werden. Aber in den letzten zehn Jahren haben wir doch erheblich viel gelernt. Dazu gehört auch das Telefonieren mit dem Handy. Klein, fein, technisch schon fast einem Hochleistungscomputer sehr ähnlich, können die Dinger nicht nur zur Sprachübermittlung genutzt werden. Fotos, Videos, Internet, GPS, Fernsehen und mit vielen Extras mehr sind diese Hosentaschen-PC ausgestattet. Aber bevor wir es nutzen können kommt in jedes Handy eine SIM-Karte rein.
Meine Freundin besitzt auch so ein Teil. Neu, einfache Bedienung, nur mit dem Nötigsten ausgestattet. Aber auch hier musste vor Gebrauch erst einmal eine SIM-Karte eingelegt werden. Dass meine Freundin mit dem Einlegen der Karte Schwierigkeiten hatte, konnte ich noch verstehen. Dass aber ihr kluger Sohn daran scheiterte, war schon ungewöhnlich. Und dann kam der Hausherr ins Spiel. Technisch versiert, computermäßig auf den neusten Stand, versuchte er dann sein Glück. Ohne Erfolg. Das Problem schnell erkannt, stellte er dann fachmännisch fest: Die SIM-Karte ist einfach zu groß. Erfinderisch wie Männer nun mal sind hatte er dann auch schnell die praktische Erleuchtung. Das Ding wird kurzerhand einfach passend gemacht. Mit einer Schere in Form geschnitten. Ist doch logisch. Wofür sind Scheren denn da? Wie eine Gardine die zu lang ist. Komisch war nur, sie passte nach dieser Verstümmlung immer noch nicht ins mobile Telefon! Nun, ich muss sagen, ich bin nicht die geborene Fachfrau was Handys anbelangt, aber als ich dann die zwei Teile so vor mir liegen sah, musste ich doch laut lachen. Das richtige Einschubfach war schnell gefunden, und die durchschnitten Teile, zusammengeschoben und eingelegt, funktionierten dann sogar noch. Oh Wunder der Technik. Und hier sei allen Handynutzern gesagt: SIM-Karten passen immer und sie müssen auf keinen Fall passend geschnitten werden!
Archive for the Category ◊ Glosse ◊
Da habe ich ja nochmal Glück gehabt. Mein Freund der Gecko hat seine lange Reise von Vancouver in meinem Koffer gut überstanden. Er ist zwar etwas ausgetrocknet, die Haut gleicht Pergamentpapier, aber da er ja sowieso in die Suppe kommt denke ich, dass er anschließend wieder quietschlebendig durch me
ine Wohnung hüpfen wird. Seine großen Augen sind noch etwas müde. Etwas erstaunt und neugierig schaut er sich derzeit in meiner Mühle um. Ich denke, dass es für den Kleinen doch ein großer Karrieresprung ist. Von der Massenware aus Chinatwons Container hat er nun schon mal die ersten Auswahlkriterien für “Deutschland sucht den schönsten Gecko” (DsdsG) geschafft. Seiner Karriere steht nun nichts mehr im Weg. Jetzt werdet ihr euch fragen, warum gerade er mein Herz erobert hat? Es war sein freundliches Lächeln. Nicht aufreißerisch, nicht zu überschwenklich, Einfach nur bescheiden und lieb. Genau das richtige Mittelmaß, um alle Frauenherzen zu betören. Und dann waren da noch seine zierlichen kleinen Füßchen. Einfach zum verlieben. So, mein Kleiner quiekt gerade und braucht nun meine volle Aufmerksamkeit. Volles Wellnessprogramm halt.
Jetzt wünsche ich dem Kleinen nur, dass ich nicht an Asthma, Bronchitis oder Halsschmerzen erkranke. Denn dann kommt er aus seiner Suppe nicht mehr raus, sondern wird immer löffelweise, täglich verspeist. Meine Gesundheit geht schließlich vor.

Achtung: Fotos nur für unempfindliche Mägen!
Von den Geckos mal ganz abgesehen, gab es auch sonst noch etliche Appetithemmer in Chinatown zu bewundern. “Helga, was kochen wir denn heute”, fragte ich leicht hämisch meine Schwester, als wir durch mehrere Chinesische “Feinkostgeschäfte” zogen. Bereits nach dem Besuch in der “Apotheke” waren unsere Mägen schon leicht überstrapaziert. Und da ich ja einen Gecko und ein getrocknetes Seepferdchen gekauft habe, schenkte uns der Apotheker großzügig etwas Süßes zum Knabbern. Naja, die Chinesen werden auch alt dachte ich, und biss herzhaft in das “schwarze Etwas” hinein. Wohlwollender Blick des Verkäufers war der Lohn für mein Edelmut. Meine Schwester hat ihre Leckereien sofort heimlich in meinem Rucksack verschwinden lassen und tat gleich so, als wenn sie ebenfalls genussvoll auf etwas herum kaute. Das nenne ich wahre Schwesternliebe….
Wir entschieden uns für Fisch. Vielleicht Lachs? Während ich über den
blutverschmierten Boden im Fischgeschäft rutschte und mich in der Auslage umsah, stand meine Schwester mittig im Laden. Ihre Hosenbeine leicht hochgezogen, lächelnder und professioneller Kennerblick Richtung Verkäufer. Sie vermied es aber vehement, weitere Schritte Richtung Verkaufstheke zu machen. Eine gute Entscheidung. Zu spät für mich, denn ich war plötzlich von nach Luft schnappenden und halbtoten Fischen, ekelerregendes und undefinierbares Muschelfleisch, abgehackte Fischköpfe und tote Meeresschildkröten konfrontiert. In diesem Moment fällte ich eine weise Entscheidung. Kein Fisch zum Lunch!
Aber Essen muss der Mensch und als überzeugter Multikulti sollte es doch etwas aus Chinatown sein. Ab zum Metzger. Das ganze Schwein, dem der Metzger just in diesem dem Moment die Füße abhackte, war erträglich. Aber dann glotzten mich einige tote Hühneraugen an. Wohl zu lange in der Sonne gelegen, fiel mir spontan ein. Der Kamm leicht angeröstet, die Kehle aufgeschnitten, so dass ich fast vor Schreck schon beinahe selber anfing zu krähen. Fluchtartig verließ ich den Laden. Wir entschlossen uns beide, unsere kullinarische Excursion einzustellen. Unser knurrender Magen führte uns an sämtliche Cafe`s vorbei, bis wir uns dann abseits von Chinatown in einer “Irakischen Dönerbude” wieder fanden. Alles ist besser als Chinesisch dachten wir uns, und machten uns heißhungrig über den Döner her.
Uns beiden ist jetzt übel. Der sehr unangenehme Gestank von toten Seeleichen hängt jetzt noch in unseren Haaren. Was wir jetzt brauchen ist ein Melissengeist, oder etwas Hochprozentiges aus der kleinen Brennerei im Münsterland.
Wer kennt diese Muscheln? Wer was weiß, bitte melden!
Sie leiden unter Asthma? Sie haben sämtliche Cortison-Sprays, Höhlensitzungen im Sauerland oder ähnliches an Therapien ausprobiert, aber nichts hat geholfen? Dann gehen Sie zum Doktor ihres Vertrauens und lassen sich einen „Gecko“ verschreiben.
Bei meinem zweiten Besuch in Vancouver-Chinatown stieß ich auf diese lieblichen Tierchen in einer Apotheke. Gekreuzigt und getrocknet, gleich im Doppelpack erhältlich, lagen diese anmutig drein blickenden Echsen in Massen in Kisten. Stückpreis: 4,90 Dollar. Es verschlug mir regelrecht den Atem. Dennoch war ich zum platzen neugierig und nach intensiver Nachfrage verriet mir dann der Apotheker, dass diese Schuppentiere gut gegen Asthma, Bronchitis und Halsschmerzen seien. Aber wie kriege ich den wertvollen Inhalt dieser nachtaktiven Tierchen in meine Bronchien? Lutschen, dran knabbern wie an einem Dauerlutscher? Rohkost im Salat, war mein erster Gedanke. Alles falsch! Die Geckos werden zu einer Suppe verarbeitet. Und dann muss der Sud noch einige Tage ziehen. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass uns die Tiere nach dem Einweichen nicht wieder davon laufen!
Ich fliege jetzt mit einem Gecko im Reisegepäck nach Hause und hoffe, dass der Zoll dieses nicht als Arten geschütztes Tier ansieht und ich deshalb noch in den Knast wandere.
Der Seawalk in Vancouver-West. Hier gehen die Schönen und Reichen, ich natürlich auch, spazieren, joggen und walken. Die Promenade geht rund sechs Kilometer am Pazifik entlang. Das Panorama ist einfach umwerfend phantastisch. Verboten sind hier allerdings Inlineskater, Skateboard, Fahrräder und Hunde. Damit aber der Pfiffi
gemeinsam mit Frauchen oder Herrchen joggen kann, hat sich die Stadt was tolles einfallen lassen. Gleich nebenan, getrennt nur durch einen Zaun, gibt es den „Hunde-Seawalk“. Der Weg ist sozusagen die Hundepromenade. Hier kann der Vierbeiner heiße Spuren verfolgen und sein Geschäft weg vom Fußvolk in Ruhe erledigen.
Die Hunde laufen die gesamte Strecke sehr gelenkschonend auf Stroh oder geschreddertem Holz. Für den „kleinen Durst“ zwischendurch stehen alle 1000 Meter Trinkbrunnen bereit, sodass es nach einer kleinen Pause gestärkt und schnell wieder weiter gehen kann.
Als ich diese genialen Erfindung sah, dachte ich sofort an unserem Tiergarten in Raesfeld. Wer hier mit Hund joggen oder walken möchte, muss seinen Vierbeiner an die Leine führen. Hundehaufen sind dennoch überall zu finden, denn dafür ist Hund ja Hund und seine Bedürfnisse sind nun mal da. Und genau hier sehe ich eine Verbindung, denn so ein Hunderundweg wäre doch mal eine echte Alternative. Die Hundebesitzer können frei laufen, ebenso der Hund. Kein Leineziehen mehr und auch einer längeren Schnupperpause steht nichts mehr im Wege. Und vor allem: Die Waldwege wären Tretminenfrei! Wäre das nicht mal eine Überlegung wert, Herr Bürgermeister? Schnell würde Raesfeld damit in die Top 10 der hundefreundlichsten Gemeinde aufsteigen und somit ein touristischer Anlaufpunkt für zahlreiche Hundefreunde aus Nah und Fern werden.
Chinatown -einmal hin und zurück bitte! Ich war neugierig und wollte wissen, wie es in der zweitgrößten Chinsesischen Stadt nach San Francisco hier in Vancouver aussieht. Schon beim Eintritt durch das große goldene Tor eröffnete sich mir eine fremde Welt. Fremde Gerüche, fremd gekleidete Menschen und vor allem das Angebot der asiatischen Lebensmitteln, welche aus den Läden in offenen Kisten bis an den Straßenrand hervor quellten, war so überwältigend, dass mir schwindelig wurde.Was für eine Auswahl, und die von jedem einzelnen Käufer befühlt, gerochen und gequetscht wurde. Alles wurde befummelt und diskutiert, natürlich in chinesisch.
Aber mein erster Gang führte mich in eine sogenannte Apotheke. Fein säuberlich in großen Gläsern verstaut sah ich Sachen, die ich bis dato noch nie gesehen habe. Angefangen von Ginseng gab es dort Wurzeln, Knollen, getrocknete Pilze in den unterschiedlichsten Farben, Muscheln, Gräser, Federn, Fischhäute, Fischaugen und ich weiß nicht, was da noch alles drin war. Gemischt werden die unterschiedlichsten Arten von Medikamenten nach Rezept. Holzzweige durch eine Mühle zu Späne verarbeitet, lange Stangen von Wurzeln, das andere konnte ich nicht definieren, sortierte der „Apotheker“ für eine Kundin in eine Tüte. Auf meine blöde Frage: „Ist das Medizin?“, bekam eine ebenso blöde wie knappe Antwort. „Ja“. Hier klicken zum weiterlesen
Bei meinem Stadtbummel durch Vancouvers Seitenstraßen fiel mein Blick auf diese ungewöhnlichen Teile in einem Schaufenster. Was ist das? (Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig)
Was für ein grandioser Unterschied. Erle bei Nacht mit der St. Silv
esterkirche im Mittelpunkt. Dagegen die Skyline von Vancouver, eine Stadt, die in ihrer bunten Vielfalt niemals still zu stehen scheint. Erst am Abend, wenn die Sonne über den Pazifik so langsam ins Meer versinkt, dann scheint Ruhe einzukehren. Während ich tagtäglich das Meer und die Berge bewundere, ziehe ich Vergleiche, wo ich denn leben könnte. Im beschaulichen Erle, wo jeder Jeden kennt, und wo der Dorfkern für mich wie das eigene Wohnzimmer ist. Oder in Vancouver, wo das Gesehene schnell wieder aus den Gedanken verschwindet. Es fehlt hier einfach die Tradition, die Kultur, mit der wir bei uns in Deutschland aufgewachsen sind. Die kulturellen Überbleibsel der Indianerkultur wird hier nur so am Rande erwähnt. Wenn Vancouver heute von der Karte ausradiert wird, dann wird dies nicht einmal auffallen, denn all die Gebäude hier, sind wie die Menschen schnelllebig. Was wäre die Welt ohne Köln, München, Berlin, Madrid, Paris, oder Kulturhauptstadt Essen, nur um einige schöne Städte in Europa zu erwähnen? Vancouver, eine Stadt des Augenblicks, eine Stadt zum Kennenlernen. Aber zum Leben? Ich weiß nicht!
Der Duft von Cannabis lag überall in der Luft wo ich war. Dies war höchstwahrscheinlich die harmloseste Droge, die hier auf der Hasting St. konsumiert wurde. Auf meinen Weg nach China-Town fand ich mich plötzlich in der „no go“ Zone von Vancouver wieder. Meinen Rucksack fest geschultert, meine Kamera sicher in der Hand marschierte ich also los. Vor einem großen und architektonisch schönem Gebäude blieb ich stehen.
Auf der Treppe der Eingangstür, in dem kleinen Garten neben der Straße und auf dem Bürgersteig standen Menschen, die nur aus meinen schlimmsten Alpträumen entsprungen sein konnten. Halluzinierend, zerlumpt, halb nackig, schmutzig, dünn oder mit aufgeblähten Bäuchen, hier war alles vertreten. Ich schloss mich dem Strom der Menschen an und ging in das Gebäude hinein. Es war so etwas wie bei uns „die Tafel“. Nur viel aufwendiger und auf den ersten Blick anheimelnder; mit einer großen Bibliothek, Aufenthaltsräumen mit TV, Internet und Leseraum. Es war Mittagszeit…Hier klicken zum weiterlesen
Wie schön kann doch Busfahren sein. Als überzeugte Autofahrerin kenne ich das Bus- und Bahnfahren höchstens um mal nach Essen zum Shoppen zu fahren. Hier in Vancouver muss ich, um downton zu kommen, immer mit dem Bus fahren. Von den viel günstigeren Fahrpreisen möchte ich gar nicht erst sprechen. Was mich aber immer wieder aufs Neue fasziniert, ist diese natürliche Freundlichkeit der Busfahrer. Auf meinem Rückweg gegen Abend war der Bus rappelvoll. Schon beim Einsteigen zeigte sich der Busfahrer freundlich. Und als ich meine Centstücke in den Kartenautomat warf, meinte der Fahrer nach einem Dollar „ ok, ok“. Das waren mal gerade erst ein Drittel des Fahrpreises. Und wie immer, und das finde ich auch total faszinierend, steht immer ein jüngerer Mann oder Frau auf, um einem älteren Mitfahrer Platz zu machen. Für mich ist das komisch und ich blieb lieber stehen, denn so alt fühle ich mich noch nicht. Aber die Selbstverständlichkeit, dem Älteren Platz zu machen, ist schon klasse. Die Busfahrer scheinen ihren Beruf zu lieben, inklusiv ihre Fahrgäste Jedes mal, kurz bevor der Bus hielt und die Leute an den Stationen ausstiegen,wünschte der Fahrer ihnen einen schönen Abend. Einige Fahrgäste sind auch zum Busfahrer hingegangen und bedankten sich: Thank`s for driving us“.
Aber vielleicht liegt das auch am Klima, dem herrlichen Panorama und an der guten sauerstoffhaltigen Luft.
PS: Ich weiß jetzt warum die Busfahrer hier alle so super nett und freundlich sind: Habe nachgefragt! Sie verdienen außergewöhnlich gut und haben, je nach Alter, mindestens ab sechs Wochen Urlaub im Jahr.


























